Wir sind gerade zurück von vier wundervoll entspannten Wochen im Westen von Norwegen.

Diesmal entschieden wir uns den größten Teil unserer Strecke mit dem Auto zu fahren, weil wir festgestellt haben, dass fliegen mit drei Kindern durchaus auch sehr unentspannt sein kann. Also flogen wir von Wien nach Oslo und landeten nach knapp 1,5h am Flughafen Oslo Gardermoen. Das war easy und hat für uns perfekt gepasst.

Wir holten direkt am Flughafen unser Mietauto ab und fuhren los, Richtung Westnorwegen.

Die Fahrt bis zu unserer Hütte dauerte 7h und führte uns entlang der E 134. Die Strecke unterteilten wir, sodass wir auf zwei Etappen entspannt ankommen konnten.

Wir haben wieder ein AirBnB gebucht, weil wir gern etwas außerhalb von großen Städten sind und es trotzdem gern komfortabel mögen.

Die Hütte liegt in Sveio/Sletto mit Blick aufs Meer. Unser Vermieter war sehr bemüht um unser Wohlbefinden und stellte für die Kinder sogar ein paar Spielsachen bereit.

Bevor wir losgeflogen sind, beschlossen Chris und ich, dass wir diesmal den Fokus auf uns, das Familienleben und unsere Bedürfnisse legen und die Arbeit an 2. Stelle steht. Bisher hat Chris bei jeder Reise viel gearbeitet, sodass wir diese Pause dringend gebraucht haben.

Wir reisen ja nicht nur aus Spaß sondern sind grundsätzlich auf der Suche nach einem passenden Ort, wo wir als Familie Wurzeln schlagen können.

Wir sehnen uns nach einem Haus mit großem Grundstück, in einem Land wo freilernen bzw Homeschooling ohne Externistenprüfung legal möglich ist. In Österreich muss das Kind im häuslichen Unterricht jedes Jahr eine Externistenprüfung ablegen. Die Schule dafür, kann man sich (noch) selbst aussuchen, aber auch da gibt es mittlerweile schon  Andeutungen, dass diese Freiheit möglicherweise bald reglementiert wird und man diese Prüfung an der jeweiligen Sprengelschule absolvieren muss.

Wir sehen darin ein großes Problem, ein gewisses Risiko, denn der Lehrer entscheidet wie er bei der Externistenprüfung vorgeht und die Beurteilung ist somit sehr vom Prüfer abhängig. Sollte dieser vom Konzept des häuslichen Unterrichts nicht überzeugt sein/nicht offen genug sein, wird er dementsprechend beurteilen.

Bei uns war es so, dass wir Eltern bei der Prüfung dabei sein durften. Darüber waren wir alle, inklusive Jana, sehr froh. Denn allein mit 2 Fremden Personen in ein Klassenzimmer zu gehen ist schonmal eine riesen Hürde für viele Kinder.

Jeder Erwachsene kennt wohl das Gefühl, vorne stehen zu müssen während unzählige Augen und Ohren auf einen gerichtet sind. Gerade als Kind in der Grundschule stellt diese Situation für mich schon ein großes Problem dar, denn die Zukunft des Kindes hängt von dieser einen Prüfung ab. Sollte es nicht abliefern können, weil es vielleicht auch total eingeschüchtert ist von dem Neuen, dem Fremden, muss es im darauffolgenden Schuljahr in die Schule gehen.

Die Schule die wir gewählt haben  für Jana´s Externistenprüfung, steht dem Homeschooling sehr offen und positiv(!) gegenüber. Darüber sind wir sehr froh und dankbar zugleich.

Wir suchen also nach einem Herzensort.

Norwegen war eine Option für uns, denn auch hier wäre der Mix aus Natur , Ruhe und legalem Homeschooling möglich gewesen. Schon in der ersten Woche in Norwegen wurden wir auf einen Artikel aufmerksam, der uns dermaßen schockierte, sodass wir Norwegen als mögliche Homebase gänzlich von unserer Liste gestrichen haben.

Es häufen sich die Vorkomnisse, wo das norwegische Jugendamt “Barnevernet” willkürlich Kinder aus Familien nimmt und zur Adoption frei gibt. Dabei trifft es sehr häufig Familien aus dem Ausland, die Norwegen als neue Heimat auserkoren haben. Es reicht ein Anruf vom Nachbarn oder von der Schule mit absurden Annahmen ohne Beweise und Barnevernet kommt unangemeldet und nimmt das Kind(und die Geschwister) mit. Es gibt eine große Protestwelle im Internet (schaut mal auf Facebook unter “Stop Barnevernet in Norway”).

Viele Norweger wissen nicht, das Homeschooling erlaubt ist, also besteht auch hier ein gewisses Risiko, dass jemand Barnevernet verständigt, da er vormittags Kinder im Garten sieht, obwohl sie eigentlich in der Schule sein sollten.

Jetzt könnte man meinen, die haben ihre Gründe und den Kindern ging es bestimmt nicht gut bei den Eltern.

Lest euch in das Thema ein, seht euch Videos dazu an und ihr werdet sehen,was das für eine wahnsinnige Organisation ist. Für uns ist das Risiko einfach zu groß.

Die Kinder dürfen meistens nicht mehr zurück zu den Eltern, denn sie werden direkt an Pflegefamilien abgegeben (die dafür sehr gut bezahlt werden).

Wir suchen also weiter und haben schon ein weiteres Land gefunden, das bisher fast schon perfekt klingt.

Dänemark, genauer gesagt Bornholm.

Hier lebt bereits eine relativ große Community an Homeschoolern, mit denen wir uns treffen und austauschen werden.

Am Dienstag geht es los und wir fahren mit unserem neu gekauften VW Bus bis nach Bornholm. Diesmal wohnen wir in einer kleinen Ferienwohnung, die wir über Instagram gefunden haben (also kein AirBnB).

Wir werden von unserem Aufenthalt berichten, werden euch weiter mitnehmen auf unserer Reise zu unserem Herzensort und euch an unsererm Leben teilhaben lassen.  Schaut mal rüber auf Instagram, hier sind wir sehr aktiv!

Norwegen ist und bleibt ein wunderschönes Land! Die Natur ist der absolute Wahnsinn, dennoch scheint es für uns nicht der richtige Ort zum Leben zu sein!

Life goes on und wir sind guter Dinge, irgendwo einen Platz zum Leben zu finden!

 

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1 Comment

  1. Hallo ihr Lieben,
    Auf euren Hinweis hin habe ich mir einige Berichte über das Jugendamt in Norwegen durchgelesen und auch einige Reportagen angeschaut. Auch das deutsche Fernsehen hat hier einiges an Informationen zu bieten.
    Fazit: Ich bin schwer erschüttert!
    Danke für den Tipp, das war ehrlich hilfreich 🙏

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